Geschichte des TV am Saalebogen

vom Sumpf zur Sportstätte

platzbau1Der Ursprung des Tennissports ist Ende des 19. Jh. In England zu finden.
Auch wenn die verwendete technische Ausrüstung nach unseren heutigen Stand „antiquiert“ war, so finden sich doch viele Wettkampfregeln und Spielfeldmaße in unserem gegenwärtigem Reglement wieder.
Angeregt durch die Entwicklung in England und durch erste Neugründungen im damaligen deutschen Kaiserreich, haben eine Hand voll sportbegeisterte Bürger am 23.04.1904 mit einem Gesuch zur Bereitstellung von Grund und Boden für einen 1. Tennisplatz, sich an den Oberbürgermeister von Rudolstadt gewandt.

Der eingereichte Vorschlag:

  • Verfüllung des Sumpfes südlich der Saale (Nähe Elisabethbrücke)
  • Einebnen und Aufbringen von geeigneten Boden

wurde von den zuständigen städtischen Organen (Bauausschuss, Ratsversammlung) unter dem Begriff „Wiesenball – Spielplatz“ in erstaunlich kurzer Zeit (2 Monate) genehmigt.
Mit Hilfe der Stadtverwaltung errichteten die 6 Gründungsmitglieder diesen 1. Rudolstädter Tennisplatz.

Als zukünftiger Betreiber der Anlage übernahm die Stadt die Investitionskosten in Höhe von 586,00 Mark für Umzäunung und Netze. Als Fehler erwies sich die Hauptausrichtung der Spielfelder in Ost – West – Lage (hinter dem Wasserwerk), da die tief stehende Sonne am Morgen und am Abend die Spieler stark blendete.

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es war einmal

l002Bereits vor der geplanten Fertigstellung und Nutzung der Anlage ab
11. 07. 1904 war die Nachfrage so groß, dass der Bauausschuss Ende
Juni 1904 vermutete, dass ein Tennisplatz nicht genügen wird.
Das Einweihungsturnier wurde mit Gästen aus ganz Thüringen im August 1904 durchgeführt.
Am 07.06.1905 wurde ein zusätzlicher 2. Platz fertig gestellt.

Auch damals schon mußten Gebühren erhoben werden um die Sportanlagen bespielbar zu halten. Allerdings lagen die Gebühren zu dieser Zeit bei 0,50 Mark pro Stunde, später bei 0,30 Mark je Stunde. Auch wurden Abonnements angeboten. Wer über die ganze Spielzeit jeweils 2 Stunden in der Woche sich auf dem Platz vergnügen wollte, zahlte dafür einen Betrag von 14 Mark (4 Stunden/Woche = 25 Mark) welche jeweils an der Hauptkasse der Stadtverwaltung zu entrichten waren.

Im März 1906 registrierte die Stadtverwaltung 23 Abonnement- Spieler.
Erwartungsgemäß riß der 1. Weltkrieg durch die Einberufung männlicher Spieler (u.a. Offiziere der Kaserne) eine empfindliche Lücke in die Spielgemeinschaft.

Tennisvereinigung e. V. Rudolstadt 1925

Mangels landesweiter Organisation wurden erst Ende der 20er Jahre der Wettkampfbetrieb aufgenommen.
Mit der Gründung der Tennisvereinigung e.V. Rudolstadt am 08.07.1925 mit 4 aktiven Vorstandsmitgliedern (1 Offizier, 1 Studienrat, 2 Kaufleute) wurden dringende Investitionen

  • Rückbau der ersten 2 Spielfelder und Neubau von 5 sachgerechten Tennisplätzen (2500 qm) in Nord- Süd Richtung hinter dem Wasserwerk
  • Aufnahme eines Kredites vonn 2000 M (Basis Goldmark)
  • Senkung des Pachtzinses auf 150 M
  • Neubau eines Vereinshauses

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Spieler, wie Emil Fiedler prägten mit ihrem Können und ihrer sportlichen Fairness den Rudolstädter Tennissport.
Wenn er auch auf diesem Bild mit entblösten Oberkörper zu sehen ist, so war damals das Tragen von langen weißen Kleidern und Hosen ein absolutes muß.

Hochburg des Thüringer Tennissports

lillerundErwartungsgemäß stieg die Mitgliederzahl bereits im Jahr 1928 auf 120 aktive Mitglieder.
Die Tennisspielvereinigung entwickelte sich zur Hochburg des Thüringer Tennissports.

Die absolut erfolgreichste Spielerin unseres Vereins war Liesbeth Koch. Sie war von 1929 bis 1933 unangefochten Thüringen Meisterin, spielte im Mixed gegen Gottfried von Kramm (Teilnehmer von Wimbledon) und Denis Hopman (Australischer Spitzenspieler).

In einem Demonstrationsturnier (1936) zur olympischen Aufnahme der Sportart Tennis gewann sie sowohl im Einzel als auch im Mixed die Goldmedaille.

 

 

TC Blau/Weiß Rudolstadt 1947

Die positive sportliche Entwicklung wurde 1939 mit dem Beginn des 2. Weltkrieges jäh unterbrochen:
-Einberufung der wehrpflichtigen Mitglieder
-Einstellung der Ball- und Schlägerproduktion
-Spielfelder wurden von der Stadtverwaltung als Faustballplätze zweckentfremdet

Herbert Krehan, gerade aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt, mußte mit ansehen, daß es keine Tennisplätze mehr gab.
Ab 1947, in unzähligen Arbeitsstunden haben die Mitglieder des Vereins mit dem neuen Namen TC Blau/Weiß jährlich einen Platz neu erstellen können.

Erst im Herbst 1954, nach langwierigen Verhandlungen mit der Stadtverwaltung erreichte Herbert Krehan die Freigabe des gesamten Platzgeländes für den Tennissport. Er war es auch, der die Aufnahme des Tennisvereins in die Betriebssportgemeinschaft Medizin im Jahr 1955 auf den Weg brachte. Die BSG Medizin Rudolstadt Sektion Tennis war gegründet.

Die noch verbliebenen 30 Vereinsmitglieder schufen in 2000 freiwilligen Aufbaustunden 5 Spielfelder und bauten die fast völlig zerstörte Vereinshütte wieder auf.

BSG Medizin

Das Kreiskrankenhaus (BSG Medizin) unterstützte den Verein (1955 – 1997) mit Sach- und Geldzuwendungen in großzügiger Weise, so daß der Trainings- und Punktspielbetrieb für die Kinder, Jugendliche und Erwachsene immer gewährleistet werden konnte.
Auf Grund eines immer angespannteren finanziellen Spielraumes innerhalb der BSG kamen wir den Wunsch nach, uns als Tennisverein herauszulösen und neu zu gründen.

Sanierung Spielfelder

Mit Fördermitteln des Landes, Landkreises, der Stadt Rudolstadt, mit enorm großen Sponsorenleistungen und freiwilliger Arbeitsstunden mit einem Gegenwert von ca. 130.000 DM wurden1998:

  • die komplette Sandplatzanlage neu aufgebaut
  • ein Allwetterplatz mit Flutlichtanlage erstellt
  • 5 Beregnungsanlagen installiert

Baumaßnahmen

Sanierung “Altes Wasserwerk”

Das Alte Wasserwerk, ein Industriedenkmal aus den ….er Jahren, versorgte bis 19…, über rießige Pumpen, die Rudolstädter mit Trinkwasser.
Das nötige Wasser wurde vor allem aus den Brunnen der Trinkwasserschutzzone “Große Wiese” zugeführt.
Ein Relikt aus den alten Zeiten ist das heute als Vereinspavillon genutzte Brunnenhäuschen.

1999 wurde das gepachtete “Alte Wasserwerk” grundhaft saniert und als Vereinshaus umgestaltet.
Um die alte Industriebrache in den heutigen Zustand zu versetzen, bedurfte es sehr großer Anstrengungen.
Neben den Eigenleistungen unserer Mitglieder und den Investitionszuschüssen des Landkreises, wurden von einer großen Anzahl an Sponsoren Leistungen mit einem Wert von ca. 1983.000 DM erbracht.

Unser Dank an die großzügigen Förderer

Baumaßnahmen

 

100 Jahr Feier 1904 – 2004


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